Metta Meditation: Selbstmitgefühl und ein milder Blick auf andere
- PLB Köln
- 2. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Manche Menschen können erstaunlich freundlich zu anderen sein - und zugleich hart mit sich selbst.
Kennen Sie das von sich selbst?
Genau hier setzt Metta Meditation an.
Sie ist eine Form der Achtsamkeitsmeditation, die liebevolle Güte und wohlwollende innere Haltung kultiviert, besonderen in Zeiten von Stress, vermehrter Selbstkritik oder emotionaler Erschöpfung.
Was Metta Meditation eigentlich ist:
Der Begriff „Metta“ stammt aus dem Buddhismus und wird oft mit „liebender Güte“ oder „freundlicher Zuwendung“ übersetzt.
Gemeint ist hier keine sentimentale Stimmung und auch kein Zwang, alles rosarot zu sehen.
Vielmehr geht es darum, sich selbst und andere Menschen mit einer inneren Haltung von Wohlwollen zu begegnen - auch dann, wenn es gerade schwer ist.
In der Praxis werden dafür meist stille Sätze wiederholt, etwa:
„Möge ich sicher sein“.
„Möge ich gesund sein“.<
„Möge ich in Frieden leben“.
Später kann diese Haltung auf nahestehende Menschen, neutrale Personen und schließlich auch auf Menschen ausgeweitet werden, mit denen es Spannungen gibt.
Wie Metta Meditation wirken kann:
Metta Meditation kann helfen, den inneren Ton zu verändern.
Wer unter starkem Leistungsdruck steht, sich in Beziehungen schnell schuldig fühlt oder nach Krisen den Kontakt zu sich selbst verloren hat, erlebt oft einen sehr strengen inneren Dialog.
Die Übung schafft hier einen anderen, sensiblen Erfahrungsraum.
Das bedeutet nicht, dass belastende Gefühle direkt und komplett verschwinden.
Manchmal zeigt sich zunächst sogar, wie wenig freundlich man mit sich selbst umgeht.
Gerade das kann ein wichtiger Anfang sein.
Mit regelmäßiger Praxis wachsen oft das Selbstmitgefühl, die emotionale Regulation und ein ruhigerer Blick auf Konflikte.
Metta Meditation im Alltag beginnen:
Ein guter Einstieg ist kurz und unspektakulär.
Zwei bis fünf Minuten reichen zunächst völlig aus.
Setzen Sie sich bequem hin, spüren Sie Ihren Atem ein,- und ausfließen und wählen Sie einen beruhigenden Satz, der sich für Sie stimmig und leicht anfühlt.
Wenn klassische Formulierungen fremd wirken, dürfen diese angepasst werden, zum Beispiel:“
„Ich darf freundlich mit mir sein. Ich wünsche mir Ruhe. Ich bin nicht gegen mich“.
Wichtig ist nicht, dass sich sofort eine Veränderung einstellt.
Manchmal bleibt die Übung distanziert, manchmal berührt sie ganz tief.
Beides ist normal.
Wenn starke Traurigkeit, Scham oder innere Unruhe auftauchen, kann es sinnvoll sein, die Meditation nur behutsam und gegebenenfalls in therapeutischer Begleitung zu vertiefen.
Für wen die Metta Meditation Praxis besonders hilfreich sein kann:
Metta Meditation ist oft hilfreich für Menschen, die viel tragen müssen, lange Zeit schon funktionieren oder sich in Beziehungen immer wieder selbst aus dem Blick verlieren.
Menschen, die viel mit anderen Menschen zu tun haben, erlangen durch Metta Meditation einen neuen, entspannten Zugang zu ihrem Gegenüber und zu sich selbst. Der Blick wird milder.
Auch in belastenden Lebensphasen, bei Trauer, chronischem Stress oder nach Beziehungskonflikten kann Metta Meditation ein stiller, tragender Anker sein.
Nicht als schnelle Lösung - eher als eine Weise, wieder freundlicher bei sich anzukommen.
Den Text für eine Metta Meditation finden Sie jederzeit online.
In meiner Praxis arbeite ich gerade zu Beginn einer Sitzung gerne mit der Metta Meditation.
Sie erdet und öffnet einen milden Blick auf uns, unsere Mitmenschen, unsere Umwelt im Allgemeinen.
Dies ist insbesondere für systemisches Arbeiten sehr hilfreich.
Sprechen Sie mich gern an: